[Tübingen] antifaschistische Demonstration am 08.Mai 2018

„ANTIFA – VIVE LE MOUVEMENT“

antifaschistische Demonstration am Dienstag, 08. Mai 2018, 18:00 Uhr Holzmarkt Tübingen

Damals…
Der 8. Mai 1945 wird gefeiert als Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus und markiert gleichzeitig das Ende des II. Weltkriegs in Europa. Mit dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition wurde die faschistische Gewaltherrschaft in Deutschland beendet. Mit der systematischen Vernichtung der Jüdinnen und Juden Europas, der Sinti und Roma, sowie der massenhaften Ermordung von Millionen Kriegsgefangenen und der fast vollständige Liquidierung jeder politischen Opposition und kritischen Intelligenz im Inland und in den eroberten Ländern sind die deutschen Faschisten für die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte verantwortlich. Sie forderte mindestens 55 Millionen Menschenleben, ebenso wurden über 6 Millionen Menschen jüdischer Abstammung von den Nazis verschleppt, versklavt, misshandelt, zu Tode geschunden, erschlagen, erschossen, vergast und verbrannt. Abertausende Menschen waren darüber hinaus ins Exil getrieben, enteignet und ihrer elementarsten Lebensgrundlagen beraubt worden.

Deshalb ist der 08.Mai für uns heute ein Tag an dem wir all den Opfern der faschistischen Gewaltherrschaft gedenken und all jenen die im Kampf dagegen ihr Leben riskiert haben, danken wollen.

…und heute
Bis heute ist sind Teile und Versatzstücke faschistischer Ideologie noch immer in vielen Köpfen verankert und finden in Teilen der Gesellschaft noch immer Zuspruch oder gar Bewunderung.
Dies zeigt sich auch an der Entwicklung in Deutschland nach der Befreiung. Schon kurz nach Ende des Faschismus fanden sich ehemalige Mitglieder der NSDAP in gesellschaftlichen Schlüsselpositionen. Vom Bombenattentat auf das Münchner Oktoberfest über die rassistischen Progrome der 90er bis zu den Morden des NSU ziehen die geistigen Erben der Faschisten ihre Blutspur durch die Geschichte. Und heute, im Jahr 2018 sitzt mit der AfD eine Partei im Bundestag und nahezu allen Landesparlamenten, die zumindest in Teilen als faschistisch bezeichnet werden kann. Mehrere Tausend Menschen beteilig(t)en sich an Aufmärschen von PEGIDA und Co., während gewaltbereite Nazis auf der Straße wieder Jagd auf Geflüchtete machen.

Der 8.Mai muss daran erinnern, dass der Faschismus in Zeiten von Krisen und sich zuspitzenden sozialen Verhältnissen wieder eine Herrschaftsoption werden kann. Mit der zunehmenden Einschränkung von Persönlichkeitsrechten durch staatliche Organe wird ein Grundstein zur massenhaften Überwachung und Kontrolle der Bevölkerung gelegt. Dagegen müssen wir kämpfen!

Die Bewegung aufbauen!

Die Aufgabe für uns Antifaschist*innen ist es, uns zu organisieren. Das schließt sowohl eine gemeinsame theoretische Auseinandersetzung als auch eine gemeinsame kämpferische Praxis mit ein. Wir müssen gemeinsam Ideen entwickeln und Bündnisse schmieden, uns vernetzen. Wir müssen Räume für den gemeinsamen Austausch schaffen und unsere Aktionen so gestalten, dass Viele daran teilhaben können und unser Handeln an der Frage der Legitimität ausrichten. Insbesondere der anhaltende gesellschaftliche Rechtsruck erfordert einen breiten und organisierten Widerstand.

Deshalb rufen wir auf:
Nehmt euch mit uns am 8. Mai die Straße!
Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!

Antifaschistsische Aktion [Aufbau] Tübingen
Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus für Tübingen und die Region (OTFR)

[Tübingen] Rechten Eliten keine Plattform bieten – Gegen den Bürgerfrühschoppen in Tübingen am 06. Mai 2018

Im Folgenden dokumetieren einen Terminhinweis der Antifaschistischen Aktion [Aufbau] Tübingen zu den Aktionen gegen den Bürgerfrühschoppen der Tübinger Verbindungen am 06.Mai 2018 und rufen zur Beteiligung auf!

Am Sonntag, den 06. Mai 2018 wird der vom sog. „Arbeitskreis Tübinger Verbindungen (AKTV)“ organisierte Bürgerfrühschoppen zum 9. Mal auf dem Platz vor der alten Burse in Tübingen statt finden. Es scheint beinahe normal geworden zu sein, dass sich die Tübinger Verbindungen jedes Jahr aufs Neue in der Mitte der Stadt treffen, Bier trinken und sich bürgernah geben.
Dieses Event des „AKTV“ löste das jährlich vom 30. April auf den 1. Mai statt findende Maisingen der Verbindungen in Tübingen ab, welches sich Jahr für Jahr mit großen Gegenprotesten konfrontiert sah. Ein kluger Schachzug für die Außenwahrnehmung der Verbindungen, die deutschtümlichen Lieder und Fackeln durch ein scheinbar öffentliches Fest an einem Sonntag Mittag einzutauschen.
An der politischen und strukturellen Ausrichtung der Verbindungen hat sich jedoch wenig geändert: Sie verkörpern einen Antifeminismus und rückwärtsgewandte Rollenbilder und leisten einer Zuspitzung gesellschaftlichen Ungleichheit in einer Art und Weise Vorschub, in der sie ganz offen mit ihrem exklusiven Prinzip der sog. Seilschaften werben. Offenkundige rassistische Regularien oder andere menschenfeindliche Aussagen in der Öffentlichkeit haben erst nach breiter medialer Berichterstattung nach gelassen. Sprechen Korporierte allzu unverblümt über ihre politische Gesinnung, ist das nämlich schädlich für ihr Image.
Jedoch nicht allein die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich zuletzt immer weiter nach rechts entwickelt. Und in diesem Spannungsfeld stellen sich auch männlich dominierte, elitäre, akademische Zirkel als gesellschaftliche Räume dar, welche von diesem Rechtsruck gleichsam profitieren und ihn gezielt vorantreiben.
Die sog. „Alternative für Deutschland“ übernimmt nicht nur im Parlament eine rechte Initiative. Sie positioniert auch eine neue rechte Bewegung als strategisches Projekt auf der Straße, um die Spaltung der Gesellschaft weiter voran zu treiben. Dabei koordinieren sich viele verschiedene rechte Akteure.
Es ist nicht überraschend sondern politisch konsequent, dass viele Funktionsträger in der „AfD“ mit ihrer Jugendorganisation „JA“ und in Zusammenhängen der Neuen Rechten Korporations-Hintergrund haben. Denn diese Rechte skizziert ein Gesellschaftsentwurf, wie er im korporierten Milieu bereits täglich gelebt wird: Sexismus, straffe Hierarchie, Begünstigung der Privilegierten und reaktionäres Gedankengut.
Wir müssen hinter die Fassade von Verbindungen als studentische Männer-WGs mit Fabel für lustige Kostüme und Vornehmtuerei gepaart mit Trinkspielen blicken. Und sie als das begreifen, was sie darstellen: Als Gefahr für Emanzipation. Als Gefahr für Chancengleichheit. Als Stratorendienstleister eines gesellschaftlichen Rechtsrucks.

Es ist an uns die politischen Errungenschaften, die bereits gemacht wurden jeden Tag aufs Neue zu verteidigen und die, die sie uns nehmen wollen, mit direktem Protest zu konfrontieren!
Unserem Ziel einer solidarischen Gesellschaft steht das Verbindungswesen nicht nur im Weg, sondern fundamental entgegen.

Wir unterstützen die Kundgebung der Antifa Reutlingen/Tübingen und mobilisieren am

Sonntag, 06. Mai 2018 um 09:00 Uhr auf den Tübinger Holzmarkt.

Rechten Eliten keine Plattform bieten!

Weitere Infos auch unter antifaaufbautue.blogsport.de

[Vortrag+Solibar] Was tun, wenn…? Ein Antirepressions-Vortrag‎

Im Folgenden dokumetieren einen Terminhinweis der Unterstützer*innengruppe Solidarität&Widerstand und und laden ganz herzlich am 18.04.2018 in die Hausbar der Schellingstraße 6.

Am 18.04.2018 laden wir in die Hausbar der Schellingstraße 6 zu Küfa ab 19:00 Uhr und einem Vortrag ab 20:30 Uhr mit anschließender Solibar. Rechtsanwalt Franz Spindler aus Tübingen wird an praktischen Beispielen staatliche Repression und den Umgang damit als direkt Betroffene thematisieren. Er wird einen Überblick über die rechtliche und strafprozessuale Situation als auch über die aktuellen Gestzesverschärfungen geben (wie z.B. § 114 StGB: Widerstand gegen Volllstreckungsbeamte und § 125 a StGB Landfriedensbruch) und die Verfahrensrechte der Betroffenen darstellen.

Getroffen hat es Einzelne, gemeint sind wir alle!
Dort, wo Menschen sich außerhalb staatlicher Institutionen engagieren und Widerstand gegen Rechts organisieren, ist Repression nicht weit. Der bürgerliche Staat hat kein Interesse am Erstarken einer antifaschistischen Bewegung. An Tagen wie dem 29.04. wird klar, dass der Staat kein verlässlicher Partner im Kampf gegen Rechts ist. Stellvertretend für alle, die aktiv ihren Protest äußern, müssen sich immer wieder einzelne Antifaschist*innen verantworten. Die Verhaftungen und juristischen Konsequenzen dienen der Abschreckung aller, die sich gegen Rechts engagieren. Aufgabe einer antifaschistischen Bewegung ist es konkrete Soliarbeit zu leisten, also gemeinsam eine Öffentlichkeit zu schaffen, Geld zu sammeln und Prozesse zu begleiten!

Für Solidarität und Widerstand!

http://otfr.blogsport.de/solidaritaet-widerstand/ SoWi@mtmedia.org

[Kandel] Staat und Nazis Hand in Hand – Antifaschistischer Protest durch Polizeiwillkür eingeschränkt

Eigentlich solltet ihr jezt an dieser Stelle unseren Bericht zum antifaschistischen Protest in Kandel lesen, aber so weit sollte es nicht kommen..

In Kandel finden seid Anfang des Jahres spektrenübergreifende Naziaufmärsche statt. Die rechten mobilisieren überregional und haben es in den vergangenen Monaten geschafft mehrere Tausend auf ihre Demo in der pfälizschen Kleinstadt zu bringen, während sich weite Teile der Zivilgesellschaft anfänglich mit Protest und Widerstand gegen das rechte Treiben zurück gehalten haben und wohl darauf hofften das Problem einfach aussitzen zu können.

Vor zwei Wochen dann erweckte die Mobilisierung des Bündnisses „Wir sind Kandel“ den Eindruck, dass ein Umdenken im Umgang mit den rechten Großaufmärschen eingetreten sei. Gleichzeitig starten wir die überregionale Mobilisierungskampagne „Eingreifen, wenn es wichtig ist!“ mit dem Ziel die Aktivitäten gegen die Nazis vor Ort zu unterstützen und eine klare Gegenposition sichtbar zu machen. Gemeinsam ist es daher vor zwei Wochen gelungen mit um die 2500 Menschen unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Spektren gegen die Nazis auf die Straße zu gehen.

Aber nun zu den Ereignissen am heutigen Samstag, den 7.April:

Am Kalsruher Hauptbahnhof trafen sich AntifaschistInnen unterschiedlicher Spektren zur gemeinsamen Anreise nach Kandel. Bereits dort kam es zu der ersten Auseinandersetztung mit der Bundespolizei, welche auf dem Bahnsteig eine Person aus der Menge gegriffen und in Gewahrsam genommen hat. Der harte Kurs seitens der Bullen zog sich daraufhin wie ein roter Faden durch den Tag. Die 200 AntifaschistInnen traten die Fahrt bei guter Stimmung in der gefüllten Regionalbahn an. Beim Zwischenhalt in Wörth wollte dann eine Gruppe Bundesbullen in die gefüllte Bahn eindringen, was durch entschlossenes Unterhaken seitens der AntifaschistInnen vorerst verhindert wurde. Bereits eine halbe Stunde wurde der Zug im Bahnhof aufgehalten, als die Bullen unter Anwendung massiver Gewalt es schafften einige Leute aus dem Zug zu zerren und sich im Bereich der Türen Zugang zu verschaffen. Schläge und Tritte ins Gesicht wurden wahllos an die InsassInnen des Zuges ausgeteilt.

In Folge dessen wurde die Fahrt jedoch nicht fortgesetzt, sondern der Zug zur Gewahrsamszelle umfunktioniert und nach und nach geräumt. Über drei Stunden dauerte die Schickane der Bullen. Dabei wurden willkürlich AntifaschistInnen erkennungsdienstlich behandelt und durchsucht. Teilweise wurden Platzverweise ausgesprochen. Als die ganze Nummer am späten Nachmittag abgeschlossen war, war auch der Tag in Kandel gelaufen. Die Bullen haben an diesem Tag vermeintlich klar gemacht, dass sie die Entscheidungshoheit darüber haben, wer in Kandel protestieren darf und wer nicht, in dem sie sich das Recht rausnehmen nach Belieben einfach ganze Zugfahren aufzuhalten.

Spontan haben wir uns daraufhin entschlossen den Tag dennoch mit einem selbstbestimmten Ausdruck abzuschließen. Nach der Rückfahrt nach Karlsruhe zogen wir dort lautstart mit einer Demonstration gegen rechte Umtriebe und staatliche Willkür durch die Innenstadt über die B10 in den Süden.

Der Angriff des Staates in Form der Bundespolizei auf die organisierte antifaschistische Anreise geschah dabei keineswegs losgelöst vom politischen und öffetlichen Klima. Bereits beim vorherigen Mal waren wir mit einer offenen Entsolidarisierung von Teilen des Bündnisses konfrontiert und die letzten zwei Wochen waren geprägt von einer regelrechten Medienkampagne gegen links. Eine handvoll Silvesterkracher musste damals noch herhalten, um die massive Polizeigewalt zu rechtfertigen – schon heute Bedarf es nicht einmal mehr einer Begründung. Es genügt, wenn die Polizei von „Randale im Zug“ spricht, um ihren Angriff öffentlich zu legitimieren. Dass aber genau sie es waren, die die Auseinandersetzung begonnen hatten, bleibt dabei natürlich unerwähnt. Die Ereingnisse heute haben mal wieder in aller Deutlichkeit geziegt, auf welcher Seite die Herrschenden im Zweifellsfall stehen. Es bleibt die Erkenntnis, dass der Spruch „Staat und Nazis Hand in Hand“ nicht nur eine Phrase, sondern die ganz konkrete Beschreibung der Realität ist.

Von all diesem Gegenwind werden wir uns aber nicht einschüchtern lassen. Zeigen doch die Angriffe auf uns nicht zuletzt, dass wir in unserem Handeln ernstgenommen werden und wir etwas richtig zu machen scheinen. Die Rechten haben angekündigt jeden ersten Samstag im Monat in Kandel aufzumarschieren und selbstverständlich werden wir auch weiterhin Mittel und Wege finden unserem Protest und Widerstand Ausdruck zu verleihen. Kommt also alle am 5. Mai mit uns auf die Straße, wenn es wieder heißt: Eingreifen, wenn es wichtig ist!

für weitere Infos checkt: eingreifen.blogsport.eu

Komm vorbei wenn du dich gemeinsam mit uns gegen Faschismus, Rassismus und alle anderen Formen von Diskriminierung und reaktionären Ideologien engagieren möchtest!
Wir treffen uns am zweiten Montag im Monat um 19 Uhr im Epplehaus.

Nächstes Treffen im April : 09.04.2018, 19 Uhr im Epplehaus Tübingen

[Kandel] Sa, 07.04.2018: Eingreifen wenn es wichtig ist!- Gemeinsame Anreise aus Tübingen/Reutlingen

Bereits mehrere Male seit Jahresbeginn marschierten bis zu 3000 Rechte und Nazis durch die Kleinstadt Kandel in der Südpfalz. Dieser Ort wurde von Nazis und RassistInnen ausgewählt, weil dort Ende des vergangenen Jahres eine 15-jährige, junge Frau von ihrem Ex-Freund brutal erstochen wurde.

Dabei geht es den Rechten nicht um Gewalt an Frauen oder einer prinzipiellen Gegnerschaft zur Unterdrückung der Frau, sondern lediglich um eine Projektionsfläche für ihren plumpen Rassismus.

Als strategisches Projekt der Rechten, ihre menschenfeidlichen Inhalte anschlussfähig darzustellen und sich die Straße zu nehmen, ist die Mobilisierung nach Kandel ein Versuch rassistische Propaganda in der Gesellschaft zu verankern. Vor allem droht das Potential einer rechten Sammelbewegung im Süden der BRD, welche in regelmäßiger Form versucht, sich die Straße zu nehmen.
Daher ist es besonders wichtig, dass eine antifaschistische Bewegung diese Dynamik rechtzeitig unterbindet!

Weitere Infos auch HIER

Kommt zum Treffpunkt für Tübingen und Reutlingen:

Samstag, 07.04.2018:
09:15 Uhr Tübingen HBF
09:30 Uhr Reutlingen HBF