[Tübingen] Infotisch gegen die sog. „Identitäre Bewegung“

Am heutigen Montag, 19. Juni 2018, informierten wir, das Offene Treffen gegen Faschismus und Rassismus für Tübingen und die Region (OTFR), mit einem Infotisch über die sog. „Identitäre Bewegung“ (IB). Die IB ist eine rassistische, sexistische und elitäre Gruppierung. Auch in Tübingen existiert eine Ortsgruppe der IB, die sich in regelmäßigen Abständen durch kleinere Aktionen in die Öffentlichkeit drängt. Zuletzt traten sie am Samstag, 16. Juni 2018, mit einem unangekündigten Infostand auf dem Tübinger Marktplatz auf. Dort verbreiteten sie etwa eine Stunde vor einem kleinen Publikum ihre rassistische Propaganda.
Sie versuchen vor allem ins studentische Umfeld zu wirken. Auch der Tübinger Ortsgruppenleiter Jonathan Rudolph studiert an der hiesigen Universität.
Unser Infostand stieß auf reges Interesse bei Passant*innen und Studierenden. Wir verteilten verschiedene Flyer zur IB und informierten mit ausführlichen Infotafeln und Broschüren. Auch in einer Vorlesung, an welcher Jonathan Rudolph teilnahm, wurden Flyer gegen die IB verteilt.
Rassismus bleibt gefährlich, auch wenn er sich vermeintlich unbelasteter Sprache bedient und sich modern gibt. Es ist notwendig, RassistInnen immer wieder entgegenzutreten und ihnen die Plattform zu entziehen. Es ist an uns, ihre Handlungsspielräume einzudämmen und ihnen nicht die Deutungshoheit über aktuell geführte Debatten zu überlassen.
Wir, als offenes Treffen, werden auch in Zukunft der „Identitären Bewegung“ und allen rassistischen und faschistischen Bestrebungen in Tübingen und der Region entschlossen entgegentreten und sie nicht unwidersprochen lassen!

Werdet aktiv und kommt zu unseren Offenen Treffen gegen Rechts! Wir treffen uns am 2. Montag im Monat um 19:00 Uhr im Epplehaus Tübingen, Karlstraße 13.

Für weitere Informationen zu der sog, „Identitäre Bewegung“ checkt:
Identitäre Bewegung: Alte Geister in neuem Gewand
Broschüre – Die “Identitäre Bewegung“

[Augsburg] BUSANREISE aus Tübingen gegen den AfD-Parteitag: Keine Ruhe den rechten Hetzern!

…man muss den rollenden Schneeball zertreten, die Lawine hält keiner mehr auf!

Erich Kästner

Wir unterstützen den Aufruf u. a. von der Antifaschistischen Aktion [Aufbau] Tübingen und rufen zur Teilnahme an der gemeinsamen Busanreise aus Tübingen zu den Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in augsburg am 30.Juni 2018 auf.

KARTEN für den Bus könnt ihr am Mittwoch, 20. Juni 2018 und am Mittwoch, 27. Juni 2018 ab 21:00 Uhr in der Hausbar der Schellingstaße 6, Tübingen, kaufen..

Wenn ihr diese Termine nicht wahrnehmen könnt, schreibt ein Mail an: antifaaufbautue@mtmedia.org.

Alle wichtigen Informationen und Karten für den Bus könnt Ihr bei einer Infoveranstaltung am Freitag, 15. Juni 2018 um 19:00 Uhr im CLUBHAUS (Wilhelmstraße) erfahren.

Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf:

Am Wochenende des 30. Juni bis zum 1. Juli 2018 wollen mitten im rechts geprägten bayrischen Landtagswahlkampf 600 Delegierte der sog. „Alternative für Deutschland” für ihren Bundesparteitag zusammenkommen.

Der Parteitag wird das Programm der Partei noch weiter nach rechts verschieben. Die Delegierten vernetzen sich, planen und entwickeln ihre Strategie.

Die Partei besteht aus Funktionären, die aus der gesellschaftlichen Elite kommen und sich als eine Alternative zum herrschenden System darstellen. Tatsächlich sind sie nur eine andere Fraktion innerhalb der bestehenden kapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse. Die AfD ist eine Partei, die Rassismus, Sexismus, Homophobie und Hass auf Arme und Arbeitslose aktiv in die Gesellschaft trägt.

Sie ist die Partei des Rechtsrucks. Aus der Krise des Kapitalismus gewinnt sie an Stärke, da sie einen Unmut in der Gesellschaft falsch kanalisiert. Sie ist aber nicht nur ein Akteur dieser Verschiebung, sie organisiert diese und treibt den Rechtsruck voran.

So hat sich die Partei in vielen Orten, mit Bürgerbüros, Stammtischen und regelmäßigen Veranstaltungen beinahe etabliert. Ihre Sitze in den Parlamenten nutzt sie als Bühne für ihre Hetze und als Geldquelle, so beschäftigt die Bundestagsfraktion mehrere klassische Neonazis als “Mitarbeiter”. Darüber hinaus unter- stützt sie viele rechte Organisationen und Spektren, wie die Identitären durch Geld und Infrastruktur und führt rechte Bündnisse aus Rassisten, rechten Hooligans, offenen Faschisten, Ultrareligiösen und verschwörungstheroetischen Spinnern an.

Kurz gesagt, die AfD hat neben ihrer parlamentarischen Verankerung eine führende Rolle in der Organisation einer rechten Bewegung auf der Straße und in den gesellschaftlichen Debatten eingenommen.
Leider wird dies in der Gesellschaft von vielen so hingenommen. Ellenbogenmentalität und Vereinzelung führen zu einer Passivität und zu einem Mangel an politischem Widerstand gegen diese Rechtsentwicklung. Protest und Widerstand gegen den Rechtsruck ist jedoch wichtig und richtig! Der Rechtsruck verschlechtert unsere Lebenssituation und zieht sich durch verschiedene Bereiche der Gesellschaft. Zum Beispiel durch dieDiskriminierung von Migran- tInnen, die Hochrüstung des Polizeiapparats und eine aggressive Kriegspolitik nach außen. Diese Entwicklung darf nicht ignoriert werden und der Widerstand gegen diesen Angriff darf nicht im Schreiben kluger Texte aufhören.

Wir können nicht verhindern, dass rechte Strukturen sich formieren und immer wieder neu entstehen. Die Grundlage rechter Ideen ist und bleibt eine kapitalistische Wirtschaft und eine Gesellschaft der Konkurrenz. Erst mit der Überwindung dieser können wir die Angriffe der Rechten endgültig konsequent zurückdrängen. Was wir aber als antifaschistische Bewegung tun können und müssen ist massenhaft Leute, insbesondere auch Lohnabhängige zu gewinnen, sich für ihre eigenen Belange einzusetzen. Und zwar nicht nur aus moralischen Gründen, sondern aus ihren objektiven Interessen heraus.
Auch der weiße, heterosexuelle Lohnabhängige mit gesichertem Arbeitsplatz, der nicht unmittelbar selbst von prekären Lebensbedingungen betroffen ist hat ein objektives Interesse am antifaschistischen Kampf und Zurückdrängen der Rechten. Denn wenn Nazis und Reaktionäre gegen Linke und fortschrittliche Bewegungen vorgehen, dann gehen sie gegen die einzigen Kräfte vor, die sich jetzt und in Zukunft konsequent an der Seite der Lohnabhängigen für ihre Interessen einsetzen.

Die Gegebenheiten für den Protest gegen den Bundesparteitag sind nicht einfach. Die Polizei wird ihre militärische Übermacht ausspielen und die Rechten fahren bewusst an die Messe, wo Widerstand leicht erschwert werden kann.

Doch wir dürfen es nicht hinnehmen, dass rechte Hetzer sich organisieren. Der Widerstand gegen Rechts bietet auch Chancen und Möglichkeiten für uns. Wir müssen kontinuierlich längerfristig angelegte Strukturen erarbeiten, um eine antifaschistische Organisation aufzubauen. Wir müssen eine konsequente Praxis haben und ansprechbar sein.

Dabei sollen alle mitmachen, die etwas gegen Nazis und Rechte unternehmen wollen: SchülerInnen, Azubis, Studierende, Lohnabhängige und Angestellte… alle brauchen wir, um eine starke, schlagkräftige Gegenmacht aufzubauen!

Antifaschistische Aktion [Aufbau] Stuttgart

Antifaschistische Aktion [Aufbau] Tübingen

Antifaschistische Aktion Karlsruhe

Antifaschistische Aktion [O] Villingen-Schwenningen

Antifaschistischer Aufbau München

[Infoflyer]: Identitäre Bewegung: Alte Geister in neuem Gewand

Wer sind sind Sie?

Die sog. „Identitäre Bewegung“ (IB) ist eine rassistische, sexistische und elitäre Gruppierung. Ihren Ursprung findet sie 2012 in Frankreich. Seit einiger Zeit gibt es sie auch in Österreich und Deutschland. Dabei gliedert sie sich in verschiedene Ortsgruppen. Ihr Logo ist ein schwarzes Lambda auf gelbem Grund, welches aus einem Hollywood-Film entnommen wurde. Auch in Tübingen möchten sie sich einen Ruf verschaffen, treffen sich regelmäßig und drängen in die Öffentlichkeit.

Was wollen sie?

Dieses Eindringen in den öffentlichen Raum sowie der Versuch die eigenen rückwärtsgewandten Positionen in Debatten wie etwa um Familie, Geschlecht oder Integration einzubringen sind Zwischenziele der „IB“. Dabei nutzen sie vor allem soziale Medien und versuchen dabei den vorpolitischen Raum mit ihren Inhalten zu besetzen.

Wie gehen sie vor?

In ihrer Argumentations- und Ausdrucksweise sind sie gleichzeitig Ursache und Manifestation eines gesellschaftlichen Rechtsrucks. Ideologisch steht nach wie vor plumper Rassismus im Mittelpunkt ihres Weltbildes. Dieser ist dabei vor allem in kulturellen und weniger in biologischen Merkmalen begründet. Sie nennen das „Ethnopluralismus“. Diese neue Begrifflichkeit soll über ihre eigentliche inhaltliche Grundlage hinwegtäuschen.

In welchem Kontext agieren sie?

Dies ist eine verbreitete Idee der sog. „Neuen Rechten“, zu der auch die „IB“ gezählt werden kann. Sie geben sich Mühe im Kern faschistische Ideen zu modernisieren und mit neuen und unbelasteten Begriffen die alte Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu kaschieren, um diese in Teilen der Gesellschaft anschlussfähig zu machen. Dabei bilden sie ein Scharnier zur offen faschistischen Rechten: Ihr Bindeglied ist oft der antimuslimische Rassismus. In ihrem Auftreten möchte sich die sog. „Identitäre Bewegung“ aber von den ‚‘alten Nazis'‘ unterscheiden.

Warum sind sie gefährlich und was tun wir dagegen?

Rassismus bleibt jedoch gefährlich, egal wie er propagiert wird und wer ihn äußert! Daher muss die „Identitäre Bewegung“ immer wieder auf Widerstand stoßen! Wir dürfen den Rechten nicht die Deutungshoheit in den aktuell geführten Debatten überlassen. Denn ihr Hass ist die falsche Antwort auf reale gesellschaftliche Missstände. Indem wir unsere eigene antifaschistische Praxis ausweiten und unsere Inhalte greifbar machen, verringern wir den Handlungsspielraum rechter Akteure.

Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus| am 2. Montag im Monat 19:00 Uhr Epplehaus |
|web: OTFR.blogsport.de |

[kurzer Bericht&Fotos] antifaschistische Demonstration am 08. Mai in Tübingen

Am späten Nachmittag des 8. Mai versammelten sich knapp 120 Menschen auf dem Holzmarkt um an der jährlich stattfindenden Kundgebung zum Tag der Befreiung vom Faschismus an der Macht teilzunehmen. Es gab verschiedene Infostände sowie Musik-und Redebeiträge unterschiedlicher Tübinger Gruppen.
Das Offene Treffen gegen Faschismus und Rassismus für Tübingen und Region (OTFR) sprach in seinem Redebeitrag unter Anderem die fragwürdige Vergangenheit der Universität Tübingen im Rahmen der Entnazifizierung an. So waren dort viele Faschisten auch nach 1945 noch beschäftigt. „Rechte und menschenverachtende Einstellungen sind in unserer Gesellschaft nach wie vor vorhanden und Rechte jeglicher Coleur bedienen sich an Versatzstücken faschistischer Ideologie“, so ein Aktivist. Zu guter Letzt wurde zur Teilnahme an der anschließenden antifaschistischen Demonstration, wie auch zu den monatlichen Treffen des OTFR, eingladen.
Die Demonstration startete mit zahlreichen Schildern und Fahnen vom Holzmarkt in Richtung der Tübinger Weststadt. Über die Neckarhalde zogen die Demonstrant*innen mit Parolen wie „Heute wie damals, 8. Mai, unser Kiez – nazifrei“ durch den Fahrradtunnel zum Haagtorplatz. Über dem Tunnel war ein Transparent, mit der Aufschrift „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ angebracht. Als die Aktivist*innen darunter hindurch liefen, wurde die Demonstration in rotes Konfetti getaucht. Über die Ammergasse erreichte die Demonstration die Krumme Brücke an der eine Zwischenkundgebung statt fand. „Wenn wir uns wehren wollen, wenn wir gar nicht erst zulassen wollen, dass der Faschismus für seine Befürworter wieder in greifbare Nähe rückt, dann müssen wir das geschlossen tun. Nur, wenn wir unsere Gegner mit breitem und langfristig organisiertem Widerstand konfrontieren, haben wir die Chance, sie nicht nur aufzuhalten, sondern auch unseren eigenen Entwurf einer solidarischen Gesellschaft entgegen zustellen.“, so hieß es im Redebeitrag der Antifaschistischen Aktion [Aufbau] Tübingen.
Am Lustnauer Tor wurde in einem kurzen Beitrag auf die Proteste gegen den sog. „Bürgerfrühschoppen“ der Tübinger Verbindungen eingegangen. In diesem hieß es: „Unserem Ziel, gemeinsam, rückwärtsgewandten Strukturen in Tübingen effektiv etwas entgegen zusetzten, sind wir etwas näher gekommen!“ Viele studentische Verbindungen profitieren vom gesellschaftlichen Rechtsruck und treiben ihn aktiv voran. Die Aufgabe von Antifaschist*innen muss sein, diejenigen mit Protest zu konfrontieren, die unserem Ziel einer solidarischen Gesellschaft nicht nur im Weg sondern fundamental entgegen stehen.

Der 8. Mai als Tag der Befreiung vom Faschismus wurde in Tübingen zum Anlass genommen, selbstbestimmt antifaschistische Inhalte auf die Straße zu tragen. Es ist wichtig, historisch bedeutsame Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Wir müssen über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft sprechen und den antifaschistischen Widerstand organisieren!

In diesem Sinne:
Nie wieder Faschismus! – Nie wieder Krieg!

weitere Bilder findet ihr unter: tueinfo

[S] 12. Mai, Feuerbach: Keine Straße den Rechten!

Zugtreffpunkt aus Tübingen zu den antifaschistischen Protesten gegen eine Demonstration der „JA“, Jugendorganisation der rechtspopulistischen AfD,
am 12. Mai in Stuttgart

Das OTFR ruf zur Beteiligung auf und macht auf folgenden Zugtreffpunkt für Tübingen aufmerksam:

DATUM: 12. MAI 2018
UHRZEIT: 10:00 UHR
ORT: TÜBINGEN HAUPTBAHNHOF

Für Samstag, den 12. Mai 2018 hat die Jugendorganisation der rechtspopulistischen AfD (JA) zu einer Demonstration in Stuttgart-Feuerbach aufgerufen. Es ist nicht das erste Mal, dass rechtspopulistische Kräfte versuchen in Stuttgart einen Fuß auf die Straße zu bekommen. Wirklich gelungen ist ihnen das bisher nicht. Und dabei soll es bleiben!

Vordergründiger Anlass für den geplanten rechten Marsch am Samstag ist der Neubau der DITIB-Moschee im Feuerbacher Industriegebiet. Kritik am Moschee-Verband DITIB ist nicht neu. DITIB ist als Verband uneingeschränkter Verfechter der reaktionären Politik Erdogans. Rechte mobilisieren also gegen Rechte? Das eigentliche Ziel der AfD-Mobilisierung ist nur vordergründig die Kritik an DITIB. AfD, „Junge Alternative“ (JA) und Co wollen in Feuerbach Stimmung gegen Migrant*innen machen.

Das dürfen wir nicht zulassen! Dort, wo Rechte mit ihrer rassistischen Hetze die Straße dominieren, prägen sie früher oder später auch andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Und dann betrifft das Problem nicht nur Minderheiten und Andersdenkende. Rechte Politik ist immer Politik zu Ungunsten der Mehrheit. Die AfD ist z.B. gegen die Geschlechtergleichberechtigung, will das Gesundheitssystem zu Gunsten der Wohlhabenden privatisieren und hetzt gegen gewerkschaftliche
Mitbestimmung.
Die Hetze gegen Migrant*innen in Feuerbach ist also der versuchte Anfang dieser Kette. Ein Grund mehr, ihnen einen deutlichen Strich durch die Rechnung zu machen.

Ohne wenn und aber: Rassisten haben auf den Straßen dieser Stadt nichts verloren!
Kommt nach Feuerbach! Bringt Freund*innen, Kolleg*innen und Nachbar*innen mit!
Gemeinsam erteilen wir der Hetze von Rechts eine klare Absage!

Quelle: antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart und Region



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